Demo-Materialien Vorbereitungs-Unterrichtsreihe Pflege
Demo-Materialien

Demo: Unterrichtsmaterial für die generalistische Pflegeausbildung

Die beiden folgenden Dokumente sind Demonstrationsmaterial und dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Sie zeigen exemplarisch, wie eine kompetenzorientierte Unterrichtsplanung aufgebaut ist: zuerst die Konzeptübersicht mit den Taxonomiestufen, anschließend die Detail-Wochenplanung Block für Block. Es handelt sich um eine Vorschau, nicht um ein freigegebenes Enddokument.

Dokument 1 · Konzept & Taxonomie
Demo-Material

Kompetenzorientierte Unterrichtsreihen für die generalistische Pflegeausbildung

Jede Lerneinheit ist entlang der Taxonomiestufen kognitiver Lernziele aufgebaut, vom Erinnern bis zum Erschaffen. So wird Kompetenzentwicklung sichtbar, planbar und prüfungssicher. Vollständig abgestimmt auf die Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG.

2 vollständige Beispielreihen Unterkurs & Examensvorbereitung 6 Taxonomiestufen je Reihe Stundenscharf ausgeplant
Das didaktische Prinzip

Lernziele, die man messen kann

Die Rahmenpläne formulieren Kompetenzen. Die eigentliche didaktische Arbeit beginnt erst danach: Wie wird aus einer Kompetenz eine unterrichtbare, überprüfbare Lerneinheit? Antwort: durch konsequente Operationalisierung entlang der Taxonomie von Anderson & Krathwohl (revidierte Bloom’sche Taxonomie). Jede curriculare Einheit wird in sechs aufeinander aufbauende Lerneinheiten gegliedert, vom Wissensaufbau bis zur eigenständigen Gestaltung komplexer Pflegesituationen.

🧮

Rahmenplankonform

Inhalte, Kompetenzen und Zeitrichtwerte stammen unverändert aus den curricularen Einheiten der Fachkommission nach § 53 PflBG.

📊

Progression sichtbar

Die Taxonomiestufen machen den Kompetenzaufbau transparent, für Lehrende, Lernende und die Schulaufsicht gleichermaßen.

Prüfungssicher

Jede Stufe ist mit konkreten Operatoren hinterlegt. Prüfungsaufgaben lassen sich direkt aus den Lernzielen ableiten.

Für die Schulleitung

Warum dieses Konzept überzeugt

Kompetenzorientierte Unterrichtsreihen sind mehr als gute Didaktik, sie sind ein Steuerungsinstrument für die Schulentwicklung.

Qualität belegbar machen

Bei Behördenprüfungen und Re-Zertifizierungen zeigt jede Reihe lückenlos, wie die gesetzlichen Kompetenzen umgesetzt werden.

Lehrende entlasten

Neue Kolleginnen und Kollegen erhalten ein klares Gerüst. Einarbeitung und Vertretung werden planbar statt personenabhängig.

Prüfungserfolg steigern

Wer den Unterricht entlang der Taxonomie aufbaut, bereitet systematisch auf alle drei Prüfungsteile vor: schriftlich, mündlich, praktisch.

Schulinternes Curriculum

Die Reihen sind ein direkter Baustein für das nach § 50 PflAPrV geforderte schulinterne Curriculum, sofort anschlussfähig.

Lernende motivieren

Transparente Lernziele und spürbare Progression stärken Selbstwirksamkeit, ein wirksamer Hebel gegen Ausbildungsabbrüche.

Übertragbar auf alle CE

Das gezeigte Raster funktioniert für alle elf curricularen Einheiten. Zwei Beispiele, ein Prinzip für die gesamte Ausbildung.

Das Werkzeug

Die sechs Taxonomiestufen kognitiver Lernziele

Nach Anderson & Krathwohl (2001). Jede Stufe steht für eine höhere gedankliche Anforderung und für einen Satz präziser Operatoren, mit denen sich Lernziele und Prüfungsaufgaben eindeutig formulieren lassen.

1

Erinnern

Fakten, Begriffe und Strukturen abrufen und wiedergeben.

Operatoren: benennen · aufzählen · wiedergeben · zuordnen
2

Verstehen

Zusammenhänge erfassen, mit eigenen Worten erklären, deuten.

Operatoren: erklären · beschreiben · zusammenfassen · interpretieren
3

Anwenden

Wissen in neuen, konkreten (Pflege-)Situationen einsetzen.

Operatoren: anwenden · durchführen · demonstrieren · planen
4

Analysieren

Situationen zerlegen, Strukturen, Ursachen und Bezüge erkennen.

Operatoren: analysieren · vergleichen · gliedern · unterscheiden
5

Bewerten

Begründet urteilen, abwägen, Position beziehen, auch ethisch.

Operatoren: bewerten · beurteilen · begründen · abwägen
6

Erschaffen

Eigenständig Neues entwickeln: Konzepte, Pläne, Lösungen.

Operatoren: entwickeln · entwerfen · gestalten · konzipieren
Beispielreihe 1 · Unterkurs

Unterrichtsreihe für den Ausbildungsstart

Die erste curriculare Einheit der Ausbildung. Hier entscheidet sich, ob Auszubildende ankommen. Die Reihe führt vom Orientieren im System Pflegeausbildung bis zur Entwicklung einer eigenen Berufsrolle.

CE 01 · 1. Ausbildungsdrittel

Ausbildungsstart: Pflegefachfrau / Pflegefachmann werden

Anlage 1 PflAPrV Zeitrichtwert 70 Stunden 6 Lerneinheiten Generalistik · alle Altersstufen

Intention: Im Mittelpunkt steht das Ankommen der Auszubildenden: die Rollenfindung, die Positionierung im Pflegeteam, das Kennenlernen professionellen Pflegehandelns und die Überprüfung des Berufswunsches. Die subjektorientierte Gestaltung des Ausbildungsstarts hat maßgeblichen Einfluss auf einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf.

1
Stufe 1 · Erinnern

Orientierung im System Pflegeausbildung

8 Std.
Lernziel Die Auszubildenden benennen die Lernorte der Ausbildung, ihre Instrumente sowie die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen und geben die geschützte Berufsbezeichnung korrekt wieder.
Inhalte
  • Lernorte: Pflegeschule, Skills-Lab, Pflegepraxis
  • Curriculum, Ausbildungsplan, Ausbildungsnachweis
  • PflBG & PflAPrV, Datenschutz, Verschwiegenheit
  • Geschichte des Pflegeberufs im Überblick
Methoden & Sozialform
  • Lehrgespräch, gemeinsame Begriffslandkarte
  • Wissensquiz zu Rechtsgrundlagen
  • Schulhaus- und Lernort-Rallye
  • Plenum & Lerngruppe
2
Stufe 2 · Verstehen

Den Pflegeberuf begreifen

10 Std.
Lernziel Die Auszubildenden erklären den Pflegeberuf als verantwortungsvollen, sinnstiftenden Beruf, erläutern den Pflegeprozess als berufsspezifische Arbeitsmethode und beschreiben, warum und womit sich die Pflegewissenschaft befasst.
Inhalte
  • Einführung in die Pflegewissenschaft (ca. 4 Std.)
  • Pflegeprozess als Problemlösungs- und Beziehungsprozess
  • Aufgaben und Handlungsfelder professioneller Pflege
  • Selbstbestimmungsrecht zu pflegender Menschen
Methoden & Sozialform
  • Texterschließung, Concept-Map zum Pflegeprozess
  • Experteninterview mit einer Pflegefachperson
  • Partner- und Gruppenarbeit
3
Stufe 3 · Anwenden

Erste Kontaktaufnahme gestalten

12 Std.
Lernziel Die Auszubildenden wenden Grundsätze der verständigungs- und beteiligungsorientierten Gesprächsführung in simulierten Erstkontakten mit zu pflegenden Menschen verschiedener Altersstufen an.
Inhalte
  • Beziehungsgestaltung: Kommunikation, Empathie, Fürsorge
  • Kultursensibilität und ethische Haltung
  • Begegnung mit dem „fremden Menschen“
Methoden & Sozialform
  • Rollenspiel „Ein Zimmer betreten“ im Skills-Lab
  • Videofeedback, kollegiale Rückmeldung
  • Kleingruppen mit Beobachterrolle
4
Stufe 4 · Analysieren

Rollen und Akteure im Team verstehen

12 Std.
Lernziel Die Auszubildenden analysieren ihre eigene Rolle als Lernende sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten im intra- und interprofessionellen Team und unterscheiden selbst- von fremdbestimmten Momenten der Ausbildung.
Inhalte
  • Rollenerleben und Rollenfindung (Übergang Schule und Beruf)
  • Gruppendynamik in der Lerngruppe
  • Aufgabenbereiche im interprofessionellen Team
  • Mitbestimmungsmöglichkeiten
Methoden & Sozialform
  • Systematische Erkundung der Handlungsfelder
  • Perspektivenwechsel, Gruppenpuzzle
  • Auswertung im Plenum
5
Stufe 5 · Bewerten

Berufswunsch und Selbstfürsorge reflektieren

14 Std.
Lernziel Die Auszubildenden setzen ihre eigenen Potenziale begründet zu den pflegeberuflichen Anforderungen in Beziehung, überprüfen ihren Berufswunsch und bewerten Unterstützungsangebote zur eigenen Gesunderhaltung.
Inhalte
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung im Pflegealltag
  • Selbstfürsorge, Schutz vor physischer und psychischer Belastung
  • Lebenslanges Lernen als Element der Entwicklung
Methoden & Sozialform
  • Reflexionsportfolio / Lerntagebuch
  • Erste Übungen kollegialer Beratung
  • Einzelarbeit mit Auswertung im Plenum
6
Stufe 6 · Erschaffen

Die eigene Berufsrolle entwickeln

14 Std.
Lernziel Die Auszubildenden entwickeln ein erstes persönliches berufliches Selbstverständnis professioneller Pflege sowie einen individuellen Lern- und Entwicklungsplan für ihre Ausbildung.
Inhalte
  • Berufliche Identität entwickeln, Vorbilder reflektieren
  • Vorstellung von professionellem Pflegehandeln
  • Verbindung eigener Potenziale mit Berufsanforderungen
Methoden & Sozialform
  • Portfolioarbeit, Gestaltung eines Berufsbild-Plakats
  • Lern- und Arbeitsaufgabe: Begleitung eines zu pflegenden Menschen
  • Projektarbeit mit Präsentation
Gesamtumfang CE 01: 70 Unterrichtsstunden 6 Lerneinheiten · alle Taxonomiestufen durchlaufen
Beispielreihe 2 · Examensvorbereitung

Unterrichtsreihe für das dritte Ausbildungsdrittel

Eine der anspruchsvollsten curricularen Einheiten, fachlich, ethisch und menschlich. Im dritten Ausbildungsdrittel gestalten die Lernenden den Pflegeprozess zunehmend selbstständig. Die Reihe ist konsequent auf die drei Prüfungsteile des Examens ausgerichtet.

CE 08 · 3. Ausbildungsdrittel

Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten

Anlagen 1 und 2 PflAPrV Zeitrichtwert 90 Stunden (3. AD) 6 Lerneinheiten Palliative Care · Ethik

Intention: Im 3. Ausbildungsdrittel rückt die umfassende, individuelle Pflege von Menschen in komplexen kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase in den Mittelpunkt, eingebettet in ihre familiären, sozialen, kulturellen und religiösen Bezüge. Die Lernenden reflektieren den gesellschaftlichen, institutionellen und individuellen Umgang mit Tod und Sterben. CE 08 umfasst gemäß Rahmenplan 160 Stunden im 1./2. und 90 Stunden im 3. Ausbildungsdrittel; diese Reihe bildet den Anteil des 3. Ausbildungsdrittels ab.

1
Stufe 1 · Erinnern

Grundlagen von Palliative Care abrufen

8 Std.
Lernziel Die Lernenden benennen die WHO-Definition von Palliative Care, die Strukturen ambulanter und stationärer Hospizversorgung sowie die zentralen rechtlichen Grundlagen.
Inhalte
  • Palliative Care als Versorgungsansatz der WHO
  • Hospiz- und Palliativgesetz, Patientenverfügung, Betreuungsrecht
  • Expertenstandard „Schmerzmanagement bei chronischen Schmerzen“
  • Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen
Methoden · Prüfungsbezug
  • Strukturiertes Karteikartensystem, Mindmap
  • Prüfungsquiz mit Altfragen
Prüfungsteil: schriftlich
2
Stufe 2 · Verstehen

Krankheits- und Sterbeverläufe erklären

12 Std.
Lernziel Die Lernenden erläutern Verlaufsmodelle chronischer Erkrankungen sowie Bewältigungs- und Copingphänomene und beschreiben relevante Pflegediagnosen der letzten Lebensphase.
Inhalte
  • Trajekt-Modell nach Corbin und Strauss
  • Coping, unwirksames Coping, Veränderungspotenziale
  • Pflegediagnosen, vertiefend: chronischer Kummer, Todesangst, Fatigue
  • Pflegediagnosen, neu im 3. AD: Hoffnungslosigkeit, Sinnkrise, Abschiednehmen, beeinträchtigte Religiosität
Methoden · Prüfungsbezug
  • Strukturierte Fallvignetten, Lernlandkarte
  • Begriffsklausur in Prüfungsform
Prüfungsteil: schriftlich & mündlich
3
Stufe 3 · Anwenden

Pflegeprozess in der letzten Lebensphase gestalten

16 Std.
Lernziel Die Lernenden planen und führen einen individualisierten Pflegeprozess bei schwerstkranken und sterbenden Menschen durch und wenden den Expertenstandard Schmerzmanagement sowie palliativpflegerische Interventionen an.
Inhalte
  • Symptomkontrolle: Schmerz, Mundschleimhaut, respiratorische Phänomene
  • Spezielle Mundpflege, Lagerung, Wohlbefinden fördern
  • Fallbeispiel: junger Erwachsener mit onkologischer Erkrankung
Methoden · Prüfungsbezug
  • Skills-Lab, simulierte Pflegesituation
  • Pflegeplanung am Fallbeispiel
Prüfungsteil: praktisch (Simulation)
4
Stufe 4 · Analysieren

Komplexe Pflegesituationen analysieren

16 Std.
Lernziel Die Lernenden analysieren den umfassenden Pflegebedarf bei Multimorbidität, identifizieren Versorgungsbrüche an Schnittstellen und untersuchen die Belastungssituation des Familiensystems.
Inhalte
  • Multimorbidität und komplexe Versorgungslagen
  • Rollenüberlastung, Rollenkonflikte, Gefahr der Rollendiffusion
  • Entscheidungskonflikt, beeinträchtigte Familienprozesse
  • Schnittstellen: ambulant, stationär, Hospiz
Methoden · Prüfungsbezug
  • Komplexe Fallanalyse, kollegiale Fallbesprechung
  • Analyse von Versorgungspfaden
Prüfungsteil: mündlich (Fallbezug)
5
Stufe 5 · Bewerten

Ethische Entscheidungen abwägen

20 Std.
Lernziel Die Lernenden bewerten ethische Konflikt- und Dilemmasituationen am Lebensende anhand von Modellen ethischer Entscheidungsfindung, wägen Handlungsalternativen ab und beziehen begründet Position.
Inhalte
  • Dilemmata: Therapieabbruch, Nahrungs- und Flüssigkeitsverzicht, Sterbewunsch
  • Modelle ethischer Entscheidungsfindung und der ethischen Fallbesprechung
  • Patientenverfügung, Sterbehilfe, Selbstbestimmungsrecht
Methoden · Prüfungsbezug
  • Ethische Fallbesprechung, Dilemmadiskussion
  • Pro-Contra-Debatte mit Argumentationstraining
Prüfungsteil: mündlich, Kernbereich
6
Stufe 6 · Erschaffen

Ein würdevolles Begleitungskonzept entwickeln

18 Std.
Lernziel Die Lernenden entwickeln ein individualisiertes, evidenzbasiertes Begleitungskonzept für einen Menschen in der letzten Lebensphase, integrieren das soziale Netzwerk und vertreten es im interprofessionellen Team.
Inhalte
  • Würdevolle Pflegeprozessgestaltung am Lebensende
  • Kultursensible Pflege, spirituelle Begleitung, Trauerarbeit
  • Beratung und Schulung von Bezugspersonen und freiwillig Engagierten
  • Kontinuität der palliativen Versorgung an Schnittstellen
Methoden · Prüfungsbezug
  • Komplexe Lern- und Arbeitsaufgabe, Hospizbesuch
  • Fallpräsentation als Prüfungssimulation
Prüfungsteil: praktisch & mündlich
Gesamtumfang CE 08 (3. AD): 90 Unterrichtsstunden Alle drei Prüfungsteile des Examens systematisch vorbereitet
Dokument 2 · Detail-Wochenplanung
Demo-Material

Zwei Schulwochen, vollständig ausgestaltet: Tag für Tag, Block für Block

Aus den curricularen Einheiten der Rahmenpläne werden hier zwei komplette Unterrichtswochen: eine für den Unterkurs, eine für das Examen. Jeder einzelne Unterrichtsblock ist einer Taxonomiestufe zugeordnet und mit operationalisiertem Lernziel, Inhalten, Methode, Sozialform und Material hinterlegt.

2 Wochen je 40 Unterrichtsstunden 40 ausgeplante Unterrichtsblöcke 6 Taxonomiestufen sichtbar Rahmenplankonform nach § 53 PflBG
So ist die Planung aufgebaut

Lesehilfe

Jede Woche umfasst fünf Tage zu je acht Unterrichtsstunden, gegliedert in vier Unterrichtsblöcke à zwei Stunden. Die Farbe jedes Blocks zeigt seine Taxonomiestufe. Die Tages- und Matrixfarbe nennt die einführende Stufe des Tages; innerhalb eines Tages steigt die Anforderung häufig an. So wird der Kompetenzaufbau im Wochenverlauf unmittelbar sichtbar.

Tagesrhythmus (8 Unterrichtsstunden)

Block 108:00 bis 09:30 Uhr
15 Minuten Pause
Block 209:45 bis 11:15 Uhr
15 Minuten Pause
Block 311:30 bis 13:00 Uhr
30 Minuten Mittagspause
Block 413:30 bis 15:00 Uhr

Farbcode der Taxonomiestufen

1Erinnern  benennen, aufzählen, zuordnen
2Verstehen  erklären, beschreiben, erläutern
3Anwenden  anwenden, durchführen, planen
4Analysieren  analysieren, untersuchen, gliedern
5Bewerten  bewerten, begründen, abwägen
6Erschaffen  entwickeln, entwerfen, gestalten
Woche 1 · Unterkurs

Unterrichtswoche für den Ausbildungsstart

Die allererste Schulwoche der generalistischen Pflegeausbildung. Sie führt vom Ankommen in der Lerngruppe über das Verstehen des Berufsbildes bis zur ersten reflektierten Standortbestimmung.

CE 01 · 1. Ausbildungsdrittel

Ausbildungsstart: Pflegefachfrau/Pflegefachmann werden

Wochenthema: Ankommen im Beruf
Anlage 1 PflAPrV 40 von 70 Std. der CE 01 5 Tage · 20 Blöcke Erste Schulwoche der Ausbildung

Im Mittelpunkt steht das Ankommen der Auszubildenden: die Rollenfindung, die Positionierung im Pflegeteam, das Kennenlernen professionellen Pflegehandelns und die erste Überprüfung des Berufswunsches. Diese Woche bildet die erste von rund zwei Schulwochen der CE 01 ab.

Didaktischer Bogen: Diese erste Schulwoche umfasst die Stufen 1 bis 5. Die abschließende Stufe 6, das eigenständige Erschaffen, folgt in der zweiten Schulwoche der CE 01 (siehe Konzeptübersicht, Lerneinheit 6). Die Woche legt das Fundament: vom Orientieren über das Verstehen bis zur ersten begründeten Standortbestimmung.
Montag
Ankommen und Orientieren
  • Willkommen in der Lerngruppe
  • Das System Pflegeausbildung
  • Werkzeuge der Ausbildung
  • Orientierung im Lernort Schule
Dienstag
Rechtlicher Rahmen und Berufsbild
  • Rechtliche Grundlagen
  • Datenschutz und Verschwiegenheit
  • Rechte und Pflichten
  • Geschichte des Pflegeberufs
Mittwoch
Professionelle Pflege verstehen
  • Was ist professionelle Pflege?
  • Einführung Pflegewissenschaft I
  • Der Pflegeprozess
  • Pflegewissenschaft II und Handlungsfelder
Donnerstag
Beziehung gestalten
  • Was Beziehung in der Pflege bedeutet
  • Verständigungsorientierte Gespräche
  • Skills-Lab: Erstkontakt
  • Reflexion des Erstkontakts
Freitag
Die eigene Rolle reflektieren
  • Rolle finden
  • Vorerfahrungen und Lernbiografie
  • Gesund bleiben im Beruf
  • Wochenrückblick und Berufswunsch
Montag Ankommen und Orientieren 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 1
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Willkommen in der Lerngruppe
LernzielDie Auszubildenden lernen sich als Lerngruppe kennen und benennen ihre Erwartungen, Ziele und ersten Fragen an die Ausbildung.
Inhalte
Begrüßung, Vorstellungsrunde, Erwartungsabfrage, Lerngruppe als Team, gemeinsame Regeln der Zusammenarbeit
Methode
Kennenlernmethoden (Partnerinterview mit Steckbrief), Erwartungsabfrage an der Pinnwand
Sozialform
Plenum, Partnerarbeit
Material
Moderationskoffer, Pinnwand, Namensschilder, Steckbriefvorlage
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Das System Pflegeausbildung
LernzielDie Auszubildenden benennen die drei Lernorte der generalistischen Ausbildung und ordnen ihnen ihre jeweiligen Aufgaben zu.
Inhalte
Lernorte (Pflegeschule, simulative Lernumgebung, Pflegepraxis), Grundidee der generalistischen Ausbildung, beteiligte Akteure
Methode
Lehrgespräch mit visualisiertem Schaubild, Bildimpuls
Sozialform
Plenum
Material
Schaubild Lernorte, Kurzinfo PflBG
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Die Werkzeuge der Ausbildung
LernzielDie Auszubildenden ordnen Curriculum, Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis ihren jeweiligen Funktionen zu.
Inhalte
Schulinternes Curriculum, betrieblicher Ausbildungsplan, Ausbildungsnachweis (Berichtsheft), Aufbau des Stundenplans
Methode
Dokumentenerkundung in Gruppen, Galeriegang
Sozialform
Kleingruppen
Material
Musterdokumente, Curriculum-Auszug, Vordruck Ausbildungsnachweis
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Orientierung im Lernort Schule
LernzielDie Auszubildenden finden sich in der Schule zurecht und nutzen die digitalen Zugänge sowie die Organisationsstrukturen.
Inhalte
Schulhaus und Ansprechpersonen, Bibliothek, EDV-Zugänge, Lernplattform, Brandschutz und Sicherheit
Methode
Schul- und Lernortrallye als Stationenlernen
Sozialform
Kleingruppen
Material
Rallyebogen, Zugangsdaten, Lageplan
Dienstag Rechtlicher Rahmen und Berufsbild 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 1 bis 2
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Rechtliche Grundlagen der Ausbildung
LernzielDie Auszubildenden benennen die gesetzlichen Grundlagen der Pflegeausbildung und geben die geschützte Berufsbezeichnung korrekt wieder.
Inhalte
Pflegeberufegesetz (PflBG), Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PflAPrV), Berufsbezeichnung Pflegefachfrau und Pflegefachmann
Methode
Lehrgespräch, Infomarkt mit Gesetzesauszügen
Sozialform
Plenum, Einzelarbeit
Material
Auszüge PflBG und PflAPrV, Infoplakate
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Schweigen schützt: Datenschutz und Verschwiegenheit
LernzielDie Auszubildenden erklären die Bedeutung von Schweigepflicht, Datenschutz und Patientensicherheit anhand konkreter Praxisbeispiele.
Inhalte
Verschwiegenheitspflicht, Datenschutz, Patientensicherheit, Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten
Methode
Fallbeispiele „Darf ich das?“, Ampelmethode zur Einschätzung
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fallkarten, Ampelkarten
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Rechte und Pflichten in der Ausbildung
LernzielDie Auszubildenden beschreiben ihre ausbildungs- und berufsbezogenen Rechte und Pflichten sowie die Bedeutung von Aufsicht und Anleitung.
Inhalte
Grundzüge des Arbeitsrechts, Rechte und Pflichten Auszubildender, Tätigkeit unter Aufsicht und Anleitung, Rolle der Praxisanleitung
Methode
Partnerarbeit, Mindmap
Sozialform
Partnerarbeit
Material
Infotext, Mindmap-Vorlage
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Woher kommt die Pflege?
LernzielDie Auszubildenden erläutern wesentliche Stationen der Geschichte des Pflegeberufs und beschreiben deren Bedeutung für das heutige Berufsbild.
Inhalte
Geschichte des Pflegeberufs, Wege der Professionalisierung, internationale Vergleiche
Methode
Zeitstrahl-Gruppenarbeit, kurzer Lehrervortrag
Sozialform
Kleingruppen
Material
Quellenmaterial, Plakat für den Zeitstrahl
Mittwoch Professionelle Pflege verstehen 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 2
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Was ist professionelle Pflege?
LernzielDie Auszubildenden erläutern das Pflege- und Berufsverständnis nach § 5 PflBG und beschreiben Pflege als verantwortungsvollen, sinnstiftenden Beruf.
Inhalte
Pflege- und Berufsverständnis, Dimensionen von Gesundheitsförderung bis Palliation, Selbstbestimmungsrecht der zu pflegenden Menschen
Methode
Bildimpuls, moderiertes Lehrgespräch
Sozialform
Plenum
Material
Bildkarten, Auszug § 5 PflBG
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Einführung in die Pflegewissenschaft (Teil 1)
LernzielDie Auszubildenden erklären, warum sich die Pflegewissenschaft entwickelt hat und womit sie sich befasst.
Inhalte
Entstehung der Pflegewissenschaft, Gegenstand und Grundbegriffe, internationale Bezüge
Methode
Texterschließung, Gestaltung eines Lernplakats
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fachtexte, Plakatmaterial
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Der Pflegeprozess als Arbeitsmethode
LernzielDie Auszubildenden beschreiben den Pflegeprozess als Problemlösungs- und Beziehungsprozess und erläutern seine Phasen.
Inhalte
Pflegeprozess als berufsspezifische Arbeitsmethode, Phasenmodell, Bedeutung für Individualität und Autonomie
Methode
Concept-Map, Visualisierung des Schrittmodells
Sozialform
Partnerarbeit
Material
Vorlage Phasenmodell
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Pflegewissenschaft (Teil 2) und Handlungsfelder
LernzielDie Auszubildenden erläutern, wie pflegewissenschaftliche Erkenntnisse das Handeln stützen, und beschreiben die Handlungsfelder professioneller Pflege.
Inhalte
Nutzung pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse, Handlungsfelder (ambulant, stationär, Langzeitversorgung), Spektrum gesundheitsbezogener Einrichtungen
Methode
Gruppenpuzzle
Sozialform
Kleingruppen
Material
Expertentexte, Übersicht der Handlungsfelder
Donnerstag Beziehung gestalten: Menschen begegnen 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 3
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Was Beziehung in der Pflege bedeutet
LernzielDie Auszubildenden erläutern die Bedeutung von Empathie, Fürsorge, Kultursensibilität und ethischer Haltung für die pflegerische Beziehungsgestaltung.
Inhalte
Beziehungsgestaltung, Empathie, Fürsorge, Kultursensibilität, ethische Haltung, Nähe und Distanz
Methode
Input, Selbsterfahrungsübung, Lehrgespräch
Sozialform
Plenum
Material
Praxisbeispiele, kurze Filmsequenz
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Verständigungsorientierte Gesprächsführung
LernzielDie Auszubildenden wenden Grundsätze der verständigungs- und beteiligungsorientierten Gesprächsführung in Übungssituationen an.
Inhalte
Grundsätze der Gesprächsführung, aktives Zuhören, offene Fragen, beteiligungsorientierte Haltung
Methode
Demonstration, Partnerübung mit Beobachtungsauftrag
Sozialform
Partnerarbeit
Material
Gesprächsleitfaden, Beobachtungsbogen
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Skills-Lab: dem fremden Menschen begegnen
LernzielDie Auszubildenden führen eine erste Kontaktaufnahme mit zu pflegenden Menschen verschiedener Altersstufen in simulierten Situationen durch.
Inhalte
Erstkontakt, ein Zimmer betreten, sich vorstellen, erste Bedürfnisse wahrnehmen
Methode
Rollenspiel im Skills-Lab mit Szenarienkarten
Sozialform
Kleingruppen mit verteilten Rollen
Material
Skills-Lab, Szenarienkarten, Simulationsausstattung
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Reflexion des Erstkontakts
LernzielDie Auszubildenden werten ihre Kontaktaufnahme mit strukturiertem Feedback aus und nehmen eigene Gefühle und Deutungen bewusst wahr.
Inhalte
Selbst- und Fremdwahrnehmung, eigene Gefühle in der Beziehungsgestaltung, kollegiales Feedback
Methode
Videofeedback, strukturierte Feedbackrunde
Sozialform
Kleingruppen, Plenum
Material
Videoaufnahmen aus Block 3, Feedbackregeln
Freitag Die eigene Rolle reflektieren 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 4 bis 5
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Rolle finden: von der Schule in den Beruf
LernzielDie Auszubildenden analysieren ihr Rollenerleben im Übergang von Schule zu Beruf und unterscheiden selbst- von fremdbestimmten Momenten der Ausbildung.
Inhalte
Rollenerleben und Rollenfindung, Übergang Schule und Beruf, vorberufliche Sozialisation, Mitbestimmungsmöglichkeiten
Methode
Biografiearbeit, Standbild oder Aufstellung
Sozialform
Einzel- und Gruppenarbeit
Material
Reflexionskarten
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Pflegerische Vorerfahrungen und Lernbiografie
LernzielDie Auszubildenden untersuchen ihre bisherigen Vorerfahrungen und ihre Lernbiografie und setzen die eigenen Potenziale zu den beruflichen Anforderungen in Beziehung.
Inhalte
Reflexion pflegerischer Vorerfahrungen, Lernbiografie, digitale Kompetenzen, eigene Stärken und Potenziale
Methode
Lernbiografie-Arbeit, kollegialer Austausch
Sozialform
Partnerarbeit
Material
Leitfragen, Vorlage Lernbiografie
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Gesund bleiben im Pflegeberuf
LernzielDie Auszubildenden bewerten typische Belastungen des Pflegeberufs und beurteilen Unterstützungsangebote zur eigenen Gesunderhaltung.
Inhalte
Physische und psychische Belastungen, Selbstfürsorge, Unterstützungsangebote, lebenslanges Lernen
Methode
Selbsteinschätzungsbogen, Lehrgespräch
Sozialform
Einzelarbeit, Plenum
Material
Selbsteinschätzungsbogen
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Wochenrückblick und mein Berufswunsch
LernzielDie Auszubildenden beurteilen ihren Lernzuwachs der Woche und nehmen eine erste begründete Standortbestimmung zu ihrem Berufswunsch vor.
Inhalte
Wochenreflexion, Lerntagebuch, erste Standortbestimmung zum Berufswunsch, Ausblick auf die erste Praxisphase
Methode
Lerntagebuch, Reflexionsbogen, Blitzlichtrunde
Sozialform
Einzelarbeit, Plenum
Lernkontrolle
Schriftlicher Reflexionsbogen mit Eintrag in das Ausbildungsportfolio
Woche Unterkurs: 40 Unterrichtsstunden · 20 Blöcke Taxonomiebogen Stufe 1 bis 5 · Fundament für die Ausbildung
Woche 2 · Examen

Unterrichtswoche im dritten Ausbildungsdrittel

Die thematische Kernwoche der CE 08, fachlich, ethisch und menschlich anspruchsvoll. Von Montag bis Freitag durchlaufen die Lernenden alle sechs Taxonomiestufen, bis sie ein eigenes Begleitungskonzept entwickeln und in einer Prüfungssimulation vertreten.

CE 08 · 3. Ausbildungsdrittel

Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten

Wochenthema: Sterbende Menschen begleiten, Palliative Care und Ethik
Anlagen 1 und 2 PflAPrV 40 von 90 Std. der CE 08 (3. AD) 5 Tage · 20 Blöcke Vorbereitung auf alle drei Prüfungsteile

Im dritten Ausbildungsdrittel rückt die umfassende, individuelle Pflege von Menschen in komplexen kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase in den Mittelpunkt, eingebettet in ihre familiären, sozialen, kulturellen und religiösen Bezüge. Die Lernenden gestalten den Pflegeprozess zunehmend selbstständig.

Didaktischer Bogen: Die Woche durchläuft alle sechs Taxonomiestufen. Von Montag (Erinnern und Verstehen) bis Freitag (Erschaffen) steigt die kognitive Anforderung systematisch. Jeder Tag bereitet gezielt einen Aspekt der staatlichen Prüfung vor: schriftlich, mündlich und praktisch.

Montag
Palliative Care verstehen
  • Haltung und Definition
  • Strukturen der Versorgung
  • Das Trajekt-Modell
  • Pflegephänomene am Lebensende
Dienstag
Symptome lindern, Pflegeprozess gestalten
  • Schmerz erfassen und lindern
  • Belastende Symptome begleiten
  • Skills-Lab: Wohlbefinden fördern
  • Pflegeprozess am Fallbeispiel
Mittwoch
Komplexe Situationen analysieren
  • Den sterbenden Menschen begleiten
  • Das Familiensystem in der Krise
  • Versorgungsbrüche erkennen
  • Kollegiale Fallbesprechung
Donnerstag
Ethisch entscheiden
  • Ethische Grundlagen
  • Modell der Entscheidungsfindung
  • Fallbesprechung: Ernährung am Lebensende
  • Selbstbestimmung am Lebensende
Freitag
Begleitungskonzept entwickeln
  • Auftrag und Kriterien
  • Das Konzept ausgestalten
  • Fallpräsentation als Prüfungssimulation
  • Auswertung und Prüfungsbezug
Montag Palliative Care verstehen 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 1 bis 2
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 1 · Erinnern
Palliative Care: Haltung und Definition
LernzielDie Lernenden geben die Definition von Palliative Care nach der WHO wieder und grenzen kurative von palliativer Versorgung ab.
Inhalte
WHO-Definition von Palliative Care, Hospizidee, Abgrenzung kurativ und palliativ, Konzept des Total Pain
Methode
Aktivierung von Vorwissen, Lernlandkarte, Lehrgespräch
Sozialform
Plenum
Material
Lernlandkarte, Definitionskarten
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung
LernzielDie Lernenden erläutern die Strukturen der ambulanten und stationären Palliativ- und Hospizversorgung.
Inhalte
Ambulante und stationäre Hospizdienste, Palliativstationen, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Hospiz- und Palliativgesetz, Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen
Methode
Input, Strukturschaubild, Kurzrecherche
Sozialform
Kleingruppen
Material
Strukturschaubild, Gesetzesauszüge, Charta
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Krankheitsverläufe verstehen: das Trajekt-Modell
LernzielDie Lernenden erläutern Verläufe chronischer und onkologischer Erkrankungen anhand des Trajekt-Modells nach Corbin und Strauss.
Inhalte
Trajekt-Modell, Krankheitsverlaufskurve, Bewältigungs- und Copingphänomene, Veränderungspotenziale und Widerstandsfaktoren
Methode
Modellarbeit, Bearbeitung von Fallvignetten
Sozialform
Partnerarbeit
Material
Modellgrafik, Fallvignetten
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 2 · Verstehen
Pflegephänomene der letzten Lebensphase
LernzielDie Lernenden beschreiben zentrale Pflegediagnosen und Pflegephänomene am Lebensende.
Inhalte
Hoffnungslosigkeit und Sinnkrise, Todesangst, chronischer Kummer und Trauer, Fatigue, soziale Isolation und Vereinsamung
Methode
Gruppenarbeit, Phänomen-Steckbriefe, Galeriegang
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fachliteratur, Vorlage für Steckbriefe
Dienstag Symptome lindern, Pflegeprozess gestalten 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 3
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Schmerz erfassen und lindern
LernzielDie Lernenden wenden den Expertenstandard zum Schmerzmanagement bei chronischen Schmerzen auf Fallsituationen an.
Inhalte
Schmerzarten, Schmerzassessment, Expertenstandard Schmerzmanagement bei chronischen Schmerzen, medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen, WHO-Stufenschema
Methode
Standardarbeit, Fallbezug, Übung am Assessmentinstrument
Sozialform
Kleingruppen
Material
Auszug Expertenstandard, Schmerzskalen, Fallbeispiele
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Belastende Symptome begleiten
LernzielDie Lernenden planen pflegerische Maßnahmen bei belastenden Symptomen der letzten Lebensphase.
Inhalte
Mundschleimhautprobleme, Übelkeit und Erbrechen, Obstipation, respiratorische Phänomene, Fatigue und Schlafmangel
Methode
Stationenlernen
Sozialform
Kleingruppen
Material
Lernstationen, Pflegestandards
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Skills-Lab: Wohlbefinden am Lebensende fördern
LernzielDie Lernenden führen ausgewählte palliativpflegerische Interventionen fachgerecht durch.
Inhalte
Spezielle Mundpflege, Lagerung zur Atemerleichterung, Grundprinzipien stimulierender Berührung, Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens
Methode
Praktische Übung im Skills-Lab, Demonstration
Sozialform
Kleingruppen
Material
Skills-Lab, Pflegehilfsmittel, Simulationsausstattung
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 3 · Anwenden
Pflegeprozess am Fallbeispiel gestalten
LernzielDie Lernenden planen einen individualisierten Pflegeprozess für einen jungen Erwachsenen mit einer onkologischen Erkrankung.
Inhalte
Fallbeispiel Leukämie, individualisierte Pflegeplanung, Einbezug der Bezugspersonen, Erhalt der Lebensqualität
Methode
Fallarbeit, strukturierte Pflegeplanung
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fallakte, Formular zur Pflegeplanung
Mittwoch Komplexe Situationen analysieren 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 4
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Den sterbenden Menschen begleiten
LernzielDie Lernenden analysieren die Bedürfnisse sterbender Menschen in den verschiedenen Phasen des Sterbeprozesses.
Inhalte
Phasen des Sterbeprozesses, Bedürfnisse Sterbender, würdevolle Pflegeprozessgestaltung, würdevolle Versorgung Verstorbener, Mitteilung einer Todesnachricht, Gestaltung des Abschieds
Methode
Fallreflexion, Input, Filmanalyse
Sozialform
Plenum, Kleingruppen
Material
Fallbericht, Filmsequenz
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Das Familiensystem in der Krise
LernzielDie Lernenden untersuchen die Belastungssituation von Bezugspersonen und Familien und unterscheiden Formen der Trauer.
Inhalte
Bezugspersonen in der Lebenskrise, Rollenüberlastung, antizipatorische und akute Trauer, beeinträchtigte Familienprozesse
Methode
Systemische Fallanalyse, Genogrammarbeit
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fallvignette, Vorlage für ein Genogramm
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Versorgungsbrüche erkennen
LernzielDie Lernenden analysieren komplexe Versorgungssituationen bei Multimorbidität und identifizieren Brüche an den Schnittstellen der Versorgung.
Inhalte
Multimorbidität, Schnittstellen zwischen ambulanter, stationärer und hospizlicher Versorgung, Case Management, Kontinuität der Versorgung
Methode
Komplexe Fallanalyse, Visualisierung des Versorgungspfads
Sozialform
Kleingruppen
Material
Komplexe Fallakte, Vorlage Versorgungspfad
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 4 · Analysieren
Kollegiale Fallbesprechung und Selbstfürsorge
LernzielDie Lernenden analysieren eine belastende Pflegesituation im Format der kollegialen Beratung und reflektieren eigene Bewältigungsstrategien.
Inhalte
Methode der kollegialen Beratung, belastende Gefühle, Faktoren der Resilienz, Selbstfürsorge, Rituale im Team
Methode
Strukturierte kollegiale Beratung
Sozialform
Kleingruppen
Material
Ablaufschema der kollegialen Beratung
Donnerstag Ethisch entscheiden 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 5
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Ethische Grundlagen pflegerischen Handelns
LernzielDie Lernenden bewerten Pflegesituationen anhand zentraler ethischer Prinzipien.
Inhalte
Ethische Prinzipien (Autonomie, Fürsorge, Nichtschaden, Gerechtigkeit), Menschenrechte, Ethikkodizes, Konflikt- und Dilemmasituationen
Methode
Input, Klärung von Begriffen, Analyse von Beispielen
Sozialform
Plenum
Material
Ethikkodex, Übersicht der Prinzipien
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Wie trifft man eine gute Entscheidung?
LernzielDie Lernenden erläutern ein Modell ethischer Entscheidungsfindung und beurteilen seinen Nutzen für die Pflegepraxis.
Inhalte
Modelle ethischer Entscheidungsfindung, Methode der ethischen Fallbesprechung, Ablauf, Rollen und Moderation
Methode
Modelldemonstration, gemeinsame Besprechung eines Beispiels
Sozialform
Plenum
Material
Ablaufschema der ethischen Fallbesprechung
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Ethische Fallbesprechung: Ernährung am Lebensende
LernzielDie Lernenden bewerten ein ethisches Dilemma zu Nahrungs- und Flüssigkeitsverzicht und wägen Handlungsalternativen begründet ab.
Inhalte
Dilemma Nahrungs- und Flüssigkeitsabbruch, Therapiebegrenzung, Patientenwille, Rolle der Pflegenden im Entscheidungsprozess
Methode
Strukturierte ethische Fallbesprechung
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fallbeschreibung, Strukturbogen
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 5 · Bewerten
Selbstbestimmung am Lebensende
LernzielDie Lernenden beziehen zur Frage des Sterbewunsches begründet Position und beurteilen die rechtliche und gesellschaftliche Dimension.
Inhalte
Sterbewunsch und Sterbebegleitung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, rechtliche Lage, gesellschaftlicher Diskurs
Methode
Dilemmadiskussion, Pro-und-Kontra-Erörterung
Sozialform
Plenum, Gruppenarbeit
Material
Positionspapiere, Muster einer Patientenverfügung
Freitag Ein Begleitungskonzept entwickeln und vertreten 8 Std. · Schwerpunkt Stufe 6
Block 108:00 bis 09:302 Std.
Stufe 6 · Erschaffen
Auftrag: ein würdevolles Begleitungskonzept
LernzielDie Lernenden entwickeln auf Basis einer Fallvorgabe ein individualisiertes, evidenzbasiertes Begleitungskonzept für einen Menschen in der letzten Lebensphase.
Inhalte
Komplexe Lern- und Arbeitsaufgabe, Fallvorgabe, Kriterien eines guten Begleitungskonzepts, Einbezug pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse
Methode
Projektarbeit, Konzeptentwicklung
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fallvorgabe, Kriterienraster, Fachliteratur
Block 209:45 bis 11:152 Std.
Stufe 6 · Erschaffen
Das Konzept ausgestalten
LernzielDie Lernenden gestalten ihr Begleitungskonzept aus und integrieren soziale, kulturelle und spirituelle Aspekte sowie die Kontinuität der Versorgung.
Inhalte
Kultursensible Pflege, spirituelle Begleitung, Einbezug sozialer Netzwerke, Beratung und Schulung von Bezugspersonen, Versorgungskontinuität an Schnittstellen
Methode
Projektarbeit, fachliche Beratung durch die Lehrkraft
Sozialform
Kleingruppen
Material
Fachliteratur, Konzeptvorlage
Block 311:30 bis 13:002 Std.
Stufe 6 · Erschaffen
Fallpräsentation als Prüfungssimulation
LernzielDie Lernenden präsentieren ihr Konzept und vertreten ihre fachlichen Entscheidungen wie in der mündlichen Prüfung.
Inhalte
Fallpräsentation, fachliche Begründung der Entscheidungen, Umgang mit Nachfragen, mündliche Prüfungssituation
Methode
Präsentation, simulierte Prüfungssituation mit fachlichen Nachfragen
Sozialform
Kleingruppen, Plenum
Material
Präsentationsmedien, Bewertungsraster
Block 413:30 bis 15:002 Std.
Stufe 6 · Erschaffen
Auswertung und individueller Prüfungsplan
LernzielDie Lernenden entwickeln aus der Wochenauswertung einen individuellen Prüfungsvorbereitungsplan und entwerfen konkrete nächste Lernschritte für die verbleibende Ausbildungszeit.
Inhalte
Auswertung der Präsentationen, Bezug zu schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung, Wochenreflexion, individueller Lernplan
Methode
Feedback, Auswertungsgespräch, Reflexion
Sozialform
Plenum, Einzelarbeit
Lernkontrolle
Konzeptpräsentation mit Bewertungsraster als Prüfungssimulation
Woche Examen: 40 Unterrichtsstunden · 20 Blöcke Taxonomiebogen Stufe 1 bis 6 · alle drei Prüfungsteile vorbereitet